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Abschlusskonzerte der Stipendiaten der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt am Main und Karlsruhe 2011

Am 25. September 2011 eröffnen die Stipendiaten der Internationalen Ensemble Modern Akademie die Reihe der diesjährigen Abschlusskonzerte ihres einjährigen Masterstudiengangs „Zeitgenössische Musik“ mit einem Konzert im Rahmen des Projekts „Phänomen Expressionismus“ des Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Mit Anton Weberns „Drei Stücken für Violoncello und Klavier“ und Arnold Schönbergs „Kammersymphonie op. 9“ präsentiert das IEMA-Ensemble Werke zweier Hauptvertreter des musikalischen Expressionismus. Paul Hindemiths „Kammermusik Nr. 1“ gehört in die frühe Schaffensphase des Komponisten, die entscheidend vom „Frankfurter Expressionismus" geprägt wurde. Dem früh verstorbenen Wormser Komponisten Rudi Stepan gelang mit der „Groteske“ ein knappes Meisterstück expressionistischen Ausdrucks.

Am 27. und 28. September 2011 erklingen mit Kompositionen von Pierre Boulez, György Ligeti, Karlheinz Stockhausen, Igor Strawinsky und Edgard Varèse Meilensteile der Musik des 20. Jahrhunderts, aber auch Werke der jüngeren Komponistengeneration wie Márton Illès‘ „Scene polidimensionali X“ oder Anthony Cheungs „Enjamb, Infuse, Implode“. Ebenfalls zu Gehör kommt „gesualdo abschrift/antiphon super o vos omnes“ des Kompositionsstipendiaten Marko Nikodijevic, das kurz zuvor beim Festival „musica“ in Strasbourg uraufgeführt wird. Dabei steht bei zweien der Konzerte in der Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Frankfurt am Main der Dirigent Hartmut Keil, Kapellmeister der Oper Frankfurt, am Pult des IEMA-Ensemble.

Im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe ist am 30. Oktober 2011 ist der szenische Konzertabend „I never went south“ in der Inszenierung von Lea Letzel zu erleben, der in Kooperation mit dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen entstanden ist. „I never went south“ überträgt die zweidimensionale Notenschrift in ein räumliches Notationssystem, das mit Lichtsignalen arbeitet. Aus dem Musizieren wird Szenisches gewonnen, Musikalisches wird in Szenisches verwandelt und umgekehrt. Auch in den beiden Programmen am 1. und 2. Oktober 2011 spielt Inszenierung eine Rolle, etwa bei Vinko Globokar, der seinen Instrumentalisten immer auch Regieanweisungen gibt, bei John Cage, der die Grenze zwischen Musik, Geräusch und anderen nichtmusikalischen Phänomenen auf der Bühne verschwimmen lässt, oder bei der jungen polnischen Komponistin Jagoda Szmytka, die den Lautsprecher als Black Box für das Unbewusste präpariert und inszeniert.