Soo-Yeoul Choi, Dirigent

Der südkoreanische Dirigent Soo-Yeoul Choi (1979 in Seoul geboren) konnte schon früh zahlreiche Erfahrungen mit Neuer Musik machen, da sein Vater, Dong-Sun Choi, seines Zeichens Komponist zeitgenössischer Musik ist. Unter Prof. Chi-Yong Chung, der mit Michael Gielen in Salzburg studierte, begann er ordentlich sein Dirigierstudium an der Korea National University of Arts. Während er Orchesterdirigieren an der Universität studierte, arbeitete er auch als Dozent für Dirigieren beim KNUA Jugendorchester der gleichen Universität. Mit dem Jugendorchester, das aus jungen Spieler zwischen 13 und 18 Jahren besteht, brachte er Musik junger koreanischer Komponisten zur Aufführung. Nach dem Bachelor-Abschluss und dem künstlerischen Diplom der Orchesterleitung in Seoul absolviert er seit 2009 ein Aufbaustudium zum Konzertexamen an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden bei Prof. Ekkehard Klemm und Christian Kluttig.

Soo-Yeoul Choi besuchte als aktiver Teilnehmer Meisterkurse von Jorma Panula, Toyama Yuzo, Myung-Whun Chung, Christian Ehwald, Stefan Asbury, Harold Faberman und Gilbert Varga. Dirigiererfahrung gewann er bei zahlreichen Konzerten, Wettbewerben und Meisterkursen mit Orchestern wie dem Seoul Philharmonic, Suwon Philharmonic, Bucheon Philharmonic, Jeju Philharmonic, Prime Philharmonic (Korea), Sendai Philharmonic (Japan), Orchestre de Besançon (Frankreich), dem MDR Sinfornieorchester Leipzig, der Jenaer Philharmonie, dem Philharmonischen Orchester Zwickau, dem Orchester der Landesbühnen Sachsen, der Neuen Elblandphilharmonie Riesa und der Philharmonie Aue (Deutschland). Im Jahr 2007 nahm er an der Endauswahl der 50. Besançon International Conductor's Competition in Frankreich teil und gewann den 2. Preis an der Seoul National Symphony Orchestra Conducting Competition 2001.

Choi's besonderes Interesse gilt der Neuen Musik. Seit 1999 wurden viele zeitgenössische Stücke von ihm aufgeführt, von Komponisten wie Isang Yun, Giancinto Scelsi, Klaus Huber, Stefano Bellon, Man-Bang Yi, Qin Wenchen und Teruyuki Nod. Er zeichnet auch für die Uraufführung von Klaus Hubers ›AGNUS DEI QUI TOLLIS PECCATA MUNDI‹ mit dem Ensemble CMEK in Seoul und die koreanische Erstaufführung von Giacinto Scelsi's › Elohim für 10 Streicher‹ und ›Natura Renovatur für 11 Streicher (1967)‹ mit dem Ensemble TIMF verantwortlich. Als Gastdirigent zeitgenössischer Stücke hat er schon mit den verschiedensten Ensembles bei vielen Festivals gespielt, beispielsweise beim Tongyeong International Music Festival und Asia-Pacific Contemporary Music Festival. Seit 2010 ist Soo-Yeoul Choi Stipendiat des DAAD (Deutscher Adakemischer Austausch Dienst) und der IEMA (Internationale Ensemble Modern Akademie).

Stand: 1.10.2010

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