Julien Bilodeau, Komponist

Der Komponist Julien Bilodeau, geboren 1974 im kanadischen Québec, hat seine musikalische Laufbahn mit einer klassischen Klavier- und Gitarrenausbildung begonnen, bevor er sich zunehmend der instrumentalen und digitalen Komposition sowie der Musikanalyse und der Philosophie widmete. Seine Ausbildung am Musikkonservatorium in Montréal, u.a. bei Serge Provost, schloss er 2003 mit Auszeichnung ab.

In Kanada, Frankreich und Deutschland hat Julien Bilodeau an Kursen für Neue Musik teilgenommen. Darunter besuchte er Kurse der Akademie der Domaine Forget, den „Les voix nouvelles de Royaumont“, den Kurs für Informatik des IRCAM, den Kurs für Informatik in der Musik und Komposition des Centre de Création Musicale Iannis Xenakis (CCMIX) sowie den Stockhausen Kurs Kürten. Bei Karlheinz Stockhausen hatte der Nachwuchskomponist die Gelegenheit, zusammen mit den renommierten Komponisten Pascal Dusapin, Fausto Romitelli und Stockhausen selbst zu arbeiten. Seine eingehende Analysearbeit über Stockhausens Bühnenwerk „Inori“ konnte Julien Bilodeau mit Material und Informationen aus den Privatarchiven des Komponisten vervollständigen und abschließen. Die Analyse ist in der Bibliothek des Conservatoire de Musique de Montréal erhältlich.

Julien Bilodeaus Musik ist von unterschiedlichen namhaften Ensembles interpretiert worden: Dem Nouvel Ensemble Modern, dem Orchester des Conservatoire de musique de Montréal, dem französischen Ensemble S:i.c., dem Ensemble Itinéraire, dem Orchester der Francophonie Canadienne und zuletzt von dem Orchester Metropolitain du Grand Montréal. Seit 2004 ist Julien Bilodeau nicht nur „Composer in Residence“ am CCMIX sondern dort auch regelmäßig Gastredner.

Julien Bilodeau hat verschiedene Kompositionsstipendien und Kompositionsaufträge erhalten, die von Organisationen wie dem Conseil des Arts du Canada, dem Conseil des Arts et Lettres du Québec und dem Fond Québecois zur Forschung über Gesellschaft und Kultur vergeben werden. Er ist Träger des Robert Fleming Preises 2006 für junge besonders vielversprechende Komponisten.

Stand: 27.9.2010

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