Büchners Frauen

2012 und 2013 dreht sich in Hessen alles um Georg Büchner. Gefeiert werden gleich zwei Jubiläen: der 175. Todestag und den 200. Geburtstag. Aus diesem Grund hat der junge Komponist Paul Leonard Schäffer im Auftrag des Instituts für Zeitgenössische Musik der Hochschule Frankfurt am Main eine Kammeroper über Büchners Frauenfiguren geschrieben, die im Rahmen der Internationalen Maifestspiele am Hessischen Staatstheater Wiesbaden am 24. Mai 2013 mit dem IEMA-Ensemble zur Uraufführung kommt.

Marion, Marie, Julie und Lucille sind zentrale Frauenfiguren im Werk Georg Büchners, in denen sich der Umschwung durch die neuen Werte der französischen Revolution widerspiegelt. Diese Frauen nehmen eine wichtige Rolle im Verständnis der neuen Bürgerrechte und der Emanzipation des Individuums ein, die Büchner immer wieder in seinen Werken thematisiert. Marie lehnt sich gegen das Misstrauen und die Eifersucht Woyzecks auf, der sie schließlich im Wahn ermordet. Ähnlich wie Marion in Dantons Tod ist sie getrieben von Sinnlichkeit und extremer Körperlichkeit, findet aber keine Erlösung. Auch Marion stellt sich mit ihren Ansichten vom genussvollen Leben gegen die Gesellschaft, gegen den Staat und die Kirche. Lucile und Julie wiederum überwinden in Dantons Tod den Determinismus der Geschichte und erleiden nach dem Guillotine-Tod ihrer Männer Danton und Desmoulins weder Zusammenbruch noch Verzweiflung, sondern zeigen emotionale Festigkeit.

Diesen vier Frauen hat Paul Leonard Schäffer eine Kammeroper gewidmet, in der die Protagonistinnen ihr Leben und den Tod reflektieren, bis hin zur Sprachlosigkeit. Das Werk ist konzipiert für vier Sängerinnen, einen Sprecher, 15 Instrumentalisten und einen Klangregisseur. Es besteht aus vier Monologen, die als Psychogramme dieser Frauen verstanden werden können. Der Text basiert auf Auszügen der Büchner-Dramen Woyzeck und Dantons Tod sowie Büchners Briefen an seine Braut.

Eine gemeinsame Produktion des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, dem Institut für Zeitgenössische Musik und der Internationalen Ensemble Modern Akademie.

Termine

Uraufführung am 24. Mai, 20 Uhr am Hessischen Staatstheater Wiesbaden (Wartburg)

Weitere Vorstellungen:
Sa, 25. Mai, 20 Uhr, Hessischen Staatstheater Wiesbaden (Wartburg)
Sa, 8. Juni, 19.30 Uhr, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
So, 9. Juni, 19.30 Uhr, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
Do, 20. Juni, 20 Uhr, Studiobühne Theater im Löbersho (TiL) in Gießen

Aufführungsdauer: ca. 1 Stunde, keine Pause

Musikalische Leitung Vimbayi Kaziboni
Inszenierung Teresa Reiber
Bühnenbild Mari-Liis Tigasson
Kostüme Anja Wendler
Dramaturgie Karin Dietrich

Mit:
Stine Marie Fischer (Marion)
Maren Annika Schwier (Marie),
Vanessa Diny (Julie),
Jana Baumeister (Lucile)
Instrumentalisten der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA)

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