Frühjahrkonzerte

Meilensteine des 20. Jahrhunderts, Kammermusik- und Ensemblewerke mit und ohne Elektronik sowie zwei Uraufführungen junger Komponisten: In fünf Konzerten im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (4., 5. März 2017) und in der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (28., 30., 31. März 2017) bietet das IEMA-Ensemble 2016/17 der Internationalen Ensemble Modern Akademie dem Publikum viele Perspektiven auf die unterschiedlichen Varianten zeitgenössischer Musik und deren Entwicklung.

Uraufgeführt werden Werke der Japanerin Yukiko Watanabe, aktuelle Kompositionsstipendiatin der IEMA, und des Italieners Maurilio Cacciatore. Yukiko Watanabes Werk ›Unter dem Boden‹ für namenlose Geschichten ist inspiriert vom japanischen Spiel ›Saramdul‹. Jeder Mitspieler wählt einen Ausschnitt aus seinem Lieblingsbuch. Im Probenprozess werden diese nach bestimmten Spielregeln mit der komponierten Musik kombiniert und in eine Reihenfolge gebracht. Die so entstandene „Geschichte“ wird im Konzert aufgeführt, wobei der Dirigent mit einer Kamera die gewählten Materialien dem Publikum präsentiert. ›So loud‹ von Maurilio Cacciatore, der die Elektronik speziell für den Klangdom des ZKM produziert hat, nennt sein Stück selbst ein „maximalistitisches“ – das Bass-Saxofon, der technische Aufbau, die Lautstärke der Musik sind allesamt groß gedacht. Dabei werden die akustischen Klänge der Instrumentalisten durch ein komplexes Lautsprechersystem gestreut und verräumlicht.

Weiterhin erklingen neuste Werke von u.a. Minas Borboudakis, der sich in ›Photonic Constructions I‹ mit der Metaphysik des Lichts auseinandersetzt oder Brett Deans ›Sextet‹, das inspiriert ist vom Roman ›Der König im Exil‹ von Arno Geiger. Kombiniert werden die Werke mit „Klassikern“ der Moderne wie etwa von Friedrich Goldmann, Hanns Eisler, Arnold Schönberg oder Luciano Berio.

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