Internationale Ensemble Modern Akademie

Lebendiges Lernen, Experimentieren und Austauschen. Mit diesem Ziel wurde 2003 die Internationale Ensemble Modern Akademie gegründet. Sie ist die konsequente Weiterführung dessen, wofür das Ensemble Modern (EM) steht: Qualität auf höchstem Niveau, Spielfreude, interdisziplinäre Kunstprojekte und Internationalität. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Künstlerinnen und Künstlern und ihren Werken konnte das EM in den über 30 Jahren seines Bestehens ein tiefes und breit gefächertes Wissen um die Musik seit Beginn des 20. Jahrhundert ansammeln: ein »Gedächtnis der modernen Musik«. Die IEMA möchte Nachwuchskünstlern die Möglichkeit geben, an diesem Gedächtnis teilzuhaben und auf vielfältige Weise davon zu profitieren.

Durch die Förderung der Kulturstiftung des Bundes, der Kunststiftung NRW, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain sowie der Allianz Kulturstiftung kann die IEMA verschiedene Ausbildungsprogramme anbieten, die gezielt die künstlerische Auseinandersetzung zwischen hoch qualifiziertem Nachwuchs und renommierten Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur fördern.

Einen Schwerpunkt bildet der einjährige Masterstudiengang »Zeitgenössische Musik«, der seit 2006 in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main durchgeführt wird und inzwischen international größtes Interesse erregt. Ein Jahr lang arbeiten junge Künstler (Instrumentalisten, Dirigenten, Komponisten und Klangregisseure) mit den Mitgliedern des Ensemble Modern am vielfältigen Repertoire der Moderne. Zu Gast sind regelmäßig namhafte Komponisten- und Dirigentenpersönlichkeiten wie z.B. Friedrich Cerha, Peter Eötvös, Heiner Goebbels, Heinz Holliger, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Hans Zender. In 20 Konzerten pro Jahr im In- und Ausland werden die Ergebnisse dieser Arbeiten präsentiert.

Zum Ausbildungsprogramm der IEMA gehört weiterhin als weltweit singuläre Einrichtung das Internationale Kompositionsseminar für Komponisten, Dirigenten und Musikwissenschaftler. Den jungen Komponisten wird die Möglichkeit gegeben, sich mit herausragenden Gast-Tutoren auszutauschen und gemeinsam mit dem Ensemble Modern ihre eigenen Werke über mehrere Phasen zu erproben und aufzuführen.

Meisterkurse werden seit 2004 jedes Jahr beim Paxos Spring Festival in Griechenland und beim Festival Klangspuren im österreichischen Schwaz durchgeführt. 2005 wurden zudem sehr erfolgreich Kurse in Japan und Korea gegeben. In 2008, 2010 und 2011 wurde die Arbeit in Tokyo fortgesetzt. In Beijing/China lief 2010/11 in Kooperation mit der Siemens Stiftung das Meisterkurs Projekt »contempo primo«. 2011/12 führt die Internationale Ensemble Modern Akademie gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln, dem Goethe Institut Hong Kong, vier Universitäten in Hongkong und der Composer Guild HK das Austauschprojekt „Composing in a globalised world“ durch.

Meisterkurse für junge Instrumentalisten führt die IEMA seit 2008 im Rahmen von »Epoche f« durch. Preisträger des Bundeswettbewerbs »Jugend musiziert« erarbeiten mit Musikern des Ensemble Modern zeitgenössische Stücke und führen sie am Ende des Kurses gemeinsam auf. Das Modell zeigte einen überragenden Erfolg und starke positive Nachwirkungen.

Im Education-Bereich führte die IEMA erstmals im Schuljahr 2009/2010 gemeinsam mit der ALTANA Kulturstiftung, The Forsythe Company und der Bettinaschule Frankfurt ein einmaliges Kulturprojekt durch: Ein Jahr lang unternehmen 140 Schüler einmal wöchentlich, am Kulturtag, eine künstlerische Entdeckungsreise in die verschiedenen künstlerischen Disziplinen (Musik, Bildende Kunst, Tanz, Literatur). Das Projekt wurde im Schuljahr 2010/11 und fortgesetzt. 2011/12 wird das Kulturtag-Jahr in der IGS Nordend durchgeführt.

Damit ist die IEMA zurzeit auf verschiedenen Ebenen aktiv: angefangen bei Kindern und Jugendlichen über Studierende am Ende ihrer Ausbildung bis hin zu bereits im Berufsleben stehenden Dirigenten und Komponisten, die im Rahmen von internationalen Meisterkursen gefördert werden.

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